Italienische Gasse
Italienische Gasse
(Ein Gemälde der Künstlerin Ilse Schill,
Wilhering, Österreich)
Hier scheint die Zeit stehen zu bleiben, ein malerischer kleiner Ort mitten in Bella Italia.
An den farbenfrohen Fassaden der Häuser hängen noch alte Straßenlaternen. Auf dem Balkon und am Fensterbrett wächst und gedeiht die Natur.
Verträumt schaut man in den frühen Morgen. Fragt sich, wo sind die Menschen abgeblieben?
Keine Angst, wenige Augenblicke später stürzen johlende Kinder die Treppenstufen hinab.
Frauen stehen zusammen und halten ihr erstes Schwätzchen am Morgen. Um die Ecke liegt ein kleines Straßencafe. Die ersten Leute sitzen bereits bei einem Caffè Macchiato oder einem Caffè Latte.
Ein wolkenloser Himmel verspricht einen herrlichen Sommertag.
Das ganze Bild lädt zum Urlaub ein, die Seele baumeln lassen, frei von allen Zwängen des Alltags sein.
Irgendwann an diesem Tag wird sicher eine Pasta verspeist und dazu ein Glas Chianti. Vielleicht noch ein Tiramisu und zum krönenden Abschluss ein Espresso.
Das Leben kann doch so schön und einfach sein. Ein letzter wehmütiger Blick auf die italienische Gasse.
Tschau, Bella Italia, nächstes Jahr komme ich wieder, allein schon wegen deiner Romantik und meiner wunderbaren Tagträume.
© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, August 2008
Autor des Romans « Das Chaos »
Veröffentlichung von Text und Bild mit der ausdrücklichen
Genehmigung der Künstlerin Ilse Schill
Am Meer
Ich atme die salzhaltige Luft und spüre wie meine Lungenflügel sich unter dieser Wohltat erholen.
Am Strand liegen zwei Boote und laden ein zur Ausfahrt auf das weite Meer.
Meine Füße laufen über einen herrlich weichen Sandstrand und mein Blick wandert hinaus in die unendliche Weite.
Mensch was bist du so klein, gemessen an dem was deine Augen sehen.
Sanft kräuseln die Wellen und schwappen an das Ufer, benetzen den Sand um gleich wieder hinaus auf das Meer zu verschwinden.
Links von mir erheben sich mächtige Felsen aus dem Meer, dahinter geht es steil den Hang hinauf.
Allein stehe ich mitten in dieser Landschaft und werde mir bewusst, Mensch du bist ein Teil dieser Natur.
Ich setze mich im Schneidersitz auf diesen leicht rötlich schimmernden Sandstrand um hinaus auf das Meer zu blicken.
Meine veröffentlichte Geschichte vom Schreiberling fällt mir ein, vielleicht hat sie gerade an diesem Strand stattgefunden, doch weiter reicht meine Konzentration nicht.
Längst fliegen meine Gedanken hinaus auf das Meer, ich tauche ein in eine kraftvolle Quelle der Entspannung. Ich habe in den Wellen meinen Ruhepol gefunden und meine Sinne wollen nur noch das Schöne wahrnehmen.
Endlich lasse ich am Meer den grauen Alltag hinter mir, finde in dieser grandiosen Einsamkeit, den Zugang zu meiner eigenen tiefsten inneren Lebensquelle.
© Bernard Bonvivant, Schriftsteller August 2008
Autor des Romans « Das Chaos »
Veröffentlichung von Text und Bild mit der ausdrücklichen
Genehmigung der Künstlerin Ilse Schill
Die Venusfalle
(Ein Gemälde der Künstlerin Ilse Schill,
Wilhering, Österreich)
Ich habe sie gesehen und war von ihr sofort angetan.
Ein Bild voller Lebensfreude, voller Farbe.
Es zeigt das Leben ist schön, das Leben ist bunt. Eingerahmt von blauen Farbtönen mit sattem grün, dazwischen einem gelb, welches mit der Sonne um die Wette strahlt, steht die Verführung pur.
Aus der Mitte des Bildes erhebt sie sich, fängt das Auge des Betrachters ein. Um sofort alle umliegenden Details in Vergessenheit geraten zu lassen.
Hat sie erst das Interesse gewonnen, so spielt sie ungeniert mit dem Betrachter. Sie zeigt geschickt ihre Reize und doch bleibt sie bedeckt.
Es scheint als habe Aphrodite, die Göttin der Liebe, der Schönheit, aber auch der sinnlichen Begierde, ihre Hand persönlich im Spiel.
Einem Unschuldsengel gleich, mit geschlossenen Augen und verheißungsvollen Lippen, einem Körper so makellos als sei er aus edelstem Marmor geschaffen.
Ihre endlos langen Haare bedecken scheinbar unschuldige Körperstellen.
In Wahrheit aber wartet Sie nur darauf, ihre langen Haare im Winde aus dem Bild fallen zu lassen. Den Betrachter
unbemerkt und zart in ihren Bann zu ziehen.
Am Ende ist der Betrachter, entrückt und entzückt, da sitzt er bereits gefangen in ihrer Venusfalle.
© Bernard Bonvivant, Schriftsteller August 2008
Autor des Romans « Das Chaos »
Veröffentlichung von Text und Bild mit der ausdrücklichen
Genehmigung der Künstlerin Ilse Schill
Chance
(Bild Veröffentlichung und Text mit Genehmigung der Künstlerin, Nacka Kovacic, Fulda)
Feuersprühende Urgewalt, tobende Welt. Es scheint als würde sich in naher Zukunft alles einem Wandel
aussetzen, der nichts Gutes verheißt.
Man spürt förmlich die nahende Gefahr in der sich diese Stadt befindet. Ein Leben außerhalb scheint kaum möglich. Das Leben darin bald schon dahin?
Es heißt doch Chance und ist in diesem Wort nicht auch die Hoffnung verborgen, das unfassbare Glück.
Ein Bild das zum nachdenken anregt, dessen wirkungsvolle Farbgestaltung dazu beiträgt, eben auch als Chance gesehen zu werden.
Zukunft
(Bild Veröffentlichung und Text mit Genehmigung der Künstlerin, Nacka Kovacic, Fulda)
Nacka Kovacic
Meine Malerei beschäftigt sich mit den Emotionen und dem Schicksal nicht nur eines bestimmten Menschen, sondern mit menschlichem Schicksal allgemein. Meine Malerei ist erfüllt von Symbolen und surrealistischen Motiven.
Sieht so unsere Zukunft aus? Eine scheinbare Freiheit unter einer Kuppel, weil um uns herum das Leben nicht mehr existiert. Eine Welt auf dem Wasser, das Land will uns nicht und das Meer in seinen Tiefen auch nicht. Sind wir also auf dem Weg, der Exot zu werden? Was bleibt von uns übrig, wenn es nur unter ein solches Dach passen soll?
Eines ist gewiss, was geschieht, hat die Menschheit selbst zum größten Teil verschuldet. Auf der anderen Seite leuchtet aus diesem Bild eben die Zukunft und dort scheint es zumindest in der scheinbaren Freiheit eine bunte Welt zu geben.
© Bernard Bonvivant, Schriftsteller September 2008
Autor des Romans « Das Chaos »
Bernard Bonvivant
Schriftsteller
